“Wie wird der Standort Deutschland mit seiner Infrastruktur wieder wettbewerbsfähig?”? Diese Frage interessierte auch drei DAX CEOs, mit denen ich vergangene Woche auf einem Panel der Stiftung Marktwirtschaft war.
Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern und für den Erfolg der deutschen Wirtschaft. Das ist keine bahnbrechende neue Erkenntnis. Lange war das Funktionieren unserer Infrastruktur für uns in Deutschland selbstverständlich.
Doch wir müssen über unsere Infrastruktur und Investitionen in eine intakte Infrastruktur endlich wieder beherzter reden – und handeln. Unsere Infrastruktur ist marode und ihr Zustand in Deutschland ist einer der Gründe, warum die wirtschaftlichen Perspektiven getrübt sind.
Infrastruktur? Da geht es um vermeintlich schlichte Dinge, die wir lange für selbstverständlich gehalten haben und die unseren Standort immer stark gemacht haben: funktionierende Brücken, Schienen, Straßen, Schulen – die heute aber eben teils stark erneuerungsbedürftig sind. Hinzu kommt, dass wir endlich bei der digitalen und der energetischen Infrastruktur (wieder) top werden müssen.
Vergangene Woche hatte ich die Möglichkeit Ricarda Lang kurzfristig bei einer Veranstaltung der Stiftung Marktwirtschaft “Sanierungsfall Deutschland? Für eine Infrastrukturwende” zu vertreten.
Mit dabei waren unser Verkehrsminister Volker Wissing und der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann für eine politische Einschätzung der Lage. Außerdem Dr. Leonhard Birnbaum (CEO E.ON), Dr. Martin Brudermüller (CEO BASF), Timotheus Höttges (CEO Deutsche Telekom), Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest (Präsident ifo-Institut) für die wirtschaftliche Perspektive.
Ich habe deutlich gemacht, dass wir jetzt mit Verve in unsere Infrastruktur investieren müssen, um international wettbewerbsfähiger zu werden. Zu lange ist zu wenig in die Instandhaltung und Modernisierung unserer Infrastruktur getan worden.
Auch für die Ansiedlung und das Wachstum von Unternehmen, die in Zukunftstechnologien wie E-Mobilität, Halbleiter oder Künstliche Intelligenz investieren, sollten wir jetzt in unsere Standortattraktivität investieren.
Es hat mich sehr gefreut, dass auch der CDU-Generalsekretär das offenbar so sieht. Wenn sich die CDU jetzt noch bewegen würde, was die Ermöglichung von Investitionen betrifft, könnte es endlich mal richtig voran gehen. Nur verkrustete Strukturen zu ändern, wie es Herr Linnemann sagte, das wird nicht reichen, um unser Land wieder topfit zu machen. Wir müssen als Deutschland sowohl strukturell als auch finanziell ranklotzen!



Neuste Artikel
Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität der Bundesregierung – großer Wurf für Klingbeil und Hubig
Berlin, 16.07.2026 – Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil haben heute den Aktionsplan “Steuer- und Finanzkriminalität entschlossen bekämpfen” vorgestellt. Der Aktionsplan sieht insgesamt 26 Maßnahmen vor.
Startup-Rekord-Hamburg
Berlin, 07.07.2026 – Laut der heute veröffentlichten Auswertung des Startup-Verbands und von startupdetector wurden zwischen Januar und Juni 2026 bundesweit 3.053 neue Startups gegründet – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2019 und ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Hamburg verzeichnet mit 212 Neugründungen einen Zuwachs von 83 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr und überholt damit München (208) in der absoluten Zahl der Neugründungen – erstmals seit Beginn der verfügbaren Vergleichsdaten 2023. Bundesweit hat mittlerweile mehr als jedes dritte neue Startup (34 Prozent) einen klaren KI-Bezug. U.a. der Spiegel berichtete.
Rasenmäher vs Rosenschere
Berlin, 25.06.2026 – Die Bundesregierung spricht öffentlich davon, den Rasenmäher an den Bundeshaushalt anzulegen um Geld einsparen zu können. Statt pauschal zu kürzen, sollten Steuerprivilegien dort abgeschafft werden wo sie nicht mehr gebraucht werden. Wie gezielte Entlastungen aussehen könnten, die weiten Teilen der Gesellschaft helfen würden, habe ich in meiner Rede ausgeführt.
Ähnliche Artikel