Zwei Tage in Brüssel – Austausch zu Finanz- und Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene
Europa gestalten wir nicht nur in Berlin – sondern ganz wesentlich auch in Brüssel. Deshalb habe ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut, zwei intensive Tage vor Ort mit europäischen Parlamentarierinnen, Wirtschaftsvertreterinnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu verbringen.
Im Mittelpunkt meiner Reise standen aktuelle Gesetzesinitiativen der EU im Finanz- und Wirtschaftsbereich – und der Austausch darüber, wie wir diese sinnvoll, gerecht und zukunftsfähig gestalten können. Brüssel ist aktuell in vielen Bereichen in Bewegung – in einer Phase der Neuaufstellung und Weichenstellung nach der Europawahl 2024. Umso wichtiger ist es jetzt, mitzugestalten.
Ein zentrales Thema war die sogenannte „Simplification Agenda“ der Europäischen Kommission. Ziel ist es, bestehende Finanz- und Berichtspflichten für Unternehmen zu vereinfachen – ohne dabei an Transparenz, Umwelt- oder Sozialstandards zu verlieren. Als Grüne begrüßen wir es ausdrücklich, wenn unnötige Bürokratie abgebaut wird. Gleichzeitig muss klar sein: Vereinfachung darf nicht zur Verwässerung von Nachhaltigkeitszielen führen. In Brüssel ist derzeit spürbar, wie stark der Druck von Teilen der Wirtschaft wächst, genau an diesen Stellen nachzugeben. Dagegen braucht es eine starke, progressive Stimme – auch aus dem Bundestag.
In zahlreichen Gesprächen mit Vertreter*innen der Europäischen Kommission, mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und mit verschiedenen Stakeholdern – von Unternehmensverbänden über Banken bis hin zu NGOs – habe ich genau dafür geworben: für eine Finanz- und Wirtschaftspolitik, die fair, nachhaltig und zugleich umsetzbar ist. Die Komplexität europäischer Gesetzgebung darf kein Argument gegen ambitionierte Regeln sein – sondern ist ein Ansporn, sie besser zu machen.
Besonders eindrücklich war der Austausch mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, die sich für eine sozial gerechte Transformation einsetzen. Ihr Appell war klar: Die EU darf ihre Rolle als Gestalterin einer nachhaltigen Wirtschaft nicht aufgeben – gerade jetzt nicht.
Ich nehme viele wertvolle Impulse mit aus Brüssel – und auch die Erkenntnis: Eine gerechte und zukunftsgerichtete Wirtschaftsordnung entsteht im Zusammenspiel von europäischer und nationaler Politik. Dafür werde ich mich weiterhin mit aller Kraft einsetzen.
Neuste Artikel
Endlich ins tun kommen: ungerechte Ausnahmen abschaffen
Berlin, 06.03.2026 – In dieser Rede zum Vermögensteuerantrag der Linksfraktion erläutere ich wieso wir die bereits vorhandenen Mehrheiten nutzen sollten, um an kleinen Rädern zu drehen, statt nur ganz große Räder drehen zu wollen, da diese immer mit Grabenkampfdebatten einhergehen.
Worum geht es konkret? Es geht darum durch kleine Anpassungen und Reformen im Steuerrecht eine große positive Veränderung auf den Weg zu bringen.
Mein Appell: Lars Klingbeil nutzen sie ihre Einfluss, um endlich auch an die Gerechtigkeitslücke im Steuersystem zu schließen! Denn da geht noch einiges.
Startups und Scaleups endlich richtig fördern!
Berlin, 25.02.2026 – In dieser Rede bringe ich unseren Oppositionsantrag zur Stärkung von Startups und Scaleups ein – und mache deutlich: Das ist keine Show, sondern wirtschaftspolitischer Ernstfall.
Ich spreche darüber, warum Gründungen, Wachstumskapital und europäische Souveränität zusammengehören, weshalb Deutschland bei der Finanzierung hinter den USA und China zurückliegt und warum wir endlich eine echte Startup- und Scaleup-Strategie brauchen.
Mein Appell: Mehr Tempo, mehr europäisches Denken, bessere Rahmenbedingungen – von Venture Capital über ein 28. EU-Regime bis hin zu einem Zukunftsfonds nach schwedischem Vorbild.
Wer Wohlstand, Innovation und Arbeitsplätze von morgen sichern will, muss jetzt handeln.
Erbschaftsteuer gerechter machen!
Berlin, 30.01.2026 – In dieser Rede im Deutschen Bundestag mache ich klar, warum die Abschaffung der Erbschaftsteuer der falsche Weg ist – und warum wir stattdessen endlich eine gerechte Reform brauchen.
Ich räume mit dem Mythos der „Doppelbesteuerung“ auf, spreche über Leistungsbegriffe, extreme Vermögenskonzentration und erkläre, warum unser aktuelles Erbschaftsteuersystem ausgerechnet große Vermögen privilegiert.
Mein Fazit: Reform statt Abschaffung. Für eine faire soziale Marktwirtschaft, die Leistung anerkennt – und leistungslose Privilegien beendet.
Ähnliche Artikel