Berlin, 28.04.2026 – Heute hat die KfW gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium den ersten Jahresreport der WIN-Initiative (Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland) veröffentlicht.
Die Initiative wurde im September 2024 unter der Ampel-Regierung von Bundesfinanzministerium, Bundeswirtschaftsministerium, Bundeskanzleramt, KfW, Unternehmen und Verbänden gegründet, um privates Kapital für Startups und Scaleups in Deutschland zu mobilisieren. Beim öffentlichkeitswirksamen Launch-Event waren sowohl der damalige Wirtschaftsminister Habeck als auch der damalige Finanzminister Lindner zugegen, um die Relevanz der Mobilisierung privaten Kapitals zu unterstreichen.
Der Jahresreport 2025 zeigt: Die WIN-Initiative ist planmäßig auf Kurs. Bis Ende 2025 wurden 2,64 Milliarden Euro von insgesamt 12 Milliarden Euro zugesagten Commitments in den Markt investiert. 61 Prozent des Kapitals fließt nach Deutschland, 6 von 10 strukturellen Maßnahmen sind bereits umgesetzt. Trotz dieses großen Erfolgs erfolgte diese Veröffentlichung ohne erkennbare Kommunikationsstrategie der Bundesregierung. Dabei hatte sich die Regierung im Koalitionsvertrag eine Verdoppelung der Initiative vorgenommen. Davon ist nichts zu sehen, wie kürzlich auch die Antwort auf eine Kleine Anfrage von uns Grünen gezeigt hat. Auch zur bestehenden, erfolgreichen Initiative ist nichts von Reiche oder Klingbeil zu hören. Die angekündigte ressortübergreifende Startup- und Scaleup-Strategie liegt auch ein Jahr nach Regierungsstart nicht vor. Dabei zählen junge Wachstumsunternehmen zu den tragenden Säulen der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Meine Einschätzung zur Entscheidung der Bundesregierung: „Die WIN-Initiative ist im Plan, das ist nach einem Jahr großer Untätigkeit der neuen Bundesregierung endlich eine gute Nachricht für den Startup-Standort Deutschland. 2,64 Milliarden Euro in gut einem Jahr, 6 von 10 Maßnahmen umgesetzt, Pensionskassen mit mehr Spielraum für VC-Investitionen durch die angehobene Risikokapitalquote, Standortfördergesetz verabschiedet. Das zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert. Wir haben in der Ampel als staatlicher Moderator gehandelt, die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt – und privates Kapital in Milliardenhöhe mobilisiert. Gekostet hat es den Steuerzahler nichts.
Es ist maximal unverständlich, wie still es heute aus Wirtschafts- und Finanzministerium und aus dem Kanzleramt rund um diesen Report und die WIN-Initiative insgesamt bleibt. Wo bleibt die Pressekonferenz mit Ministerbeteiligung? Es gibt keine erkennbare Kommunikation oder Handeln der Bundesregierung – nur zu einer kurzen Pressemitteilung haben sie sich hinreißen lassen. Reiche und Klingbeil verkennen ganz offensichtlich das riesige Potenzial der WIN-Initiative. Startups und Scaleups sind eine der tragenden Säulen der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Wer das ernst nimmt, wer neue Investoren gewinnen und weitere Commitments mobilisieren will, muss auch öffentlich dafür eintreten. Dieses wichtige Signal bleibt heute aus.
Dabei hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, das mobilisierte Kapital auf über 25 Milliarden Euro zu verdoppeln. Das ist richtig, aber eine Verdoppelung setzt voraus, dass die Bundesregierung konsequent handelt. Davon ist nichts zu sehen. Merz und Reiche glänzen in der Finanzierungsfrage von Startups mit sträflicher Untätigkeit. Da hilft auch ein Satz des Kanzlers auf dem Jubiläum des Bankenverbands nichts, wenn daraus keine Handlungen erfolgen.
Wir fordern, dass die Regierung sich jetzt endlich aktiv für die geplante Verdoppelung des zu mobilisierenden Kapitals in der WIN-Initiative einsetzt. Die vier noch offenen WIN-Maßnahmen, darunter die Stärkung von Dachfondsstrukturen, müssen 2026 abgeschlossen und durch weitere ergänzt werden. Die Reform der privaten Altersvorsorge muss endlich als Hebel genutzt werden, um institutionelles Kapital in den VC-Markt zu lenken – das haben wir Grünen in unserem Antrag zur Skalierungsfinanzierung klar gefordert und der Koalition vorgelegt. Auf europäischer Ebene braucht Deutschland eine stärkere Verhandlungsposition beim 28. Regime – einem einheitlichen Rechtsrahmen, der Gründen und Skalieren in Europa für alle erleichtern würde.
Startups und Scaleups gute Wachstumsfinanzierung zu ermöglichen wäre echte Standort- und Wohlstandspolitik. Merz und Reiche begehen mit ihrem Nichthandeln einen großen Fehler.“
Wir bleiben dran. Hier findet ihr unserer kleine Anfrage und unseren Antrag zur Skalierungsfinanzierung:
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